Papa-FAQ: 14 Fragen rund ums Papa sein

Papa-FAQ: 14 Fragen rund ums Papa sein

Ich bekomme ja viele nette Mails von Euch, in der Ihr mir Fragen zu meinem Leben und Papa sein stellt. Johanna, Studentin aus Hannover, hatte für ihr Studium Soziale Arbeit direkt einen ganzen Schwung an Fragen im Gepäck, schließlich beleuchtet sie dort gerade die Rolle des Vaters. Warum also nicht mal einen echten Papa dazu befragen? Ich fühle mich geehrt, dass Johanna dabei an mich mit meinem Papa Blog gedacht hat und möchte daher in diesem Blogartikel die sehr interessanten Fragen rund um Vaterrolle und Papa sein beantworten. Bereit für einen Einblick ins väterliche Seelenleben? Dann mal los!

Warum hast Du Dich für einen Blog entschieden?

Ich habe schon immer gerne geschrieben und hatte auch häufig den Plan, einen eigenen Blog in die Welt zu setzen. Leider habe ich immer schnell gemerkt, dass es je nach Thema ziemlich viel Stoff gab (z.B. für Games und Sport) oder habe meine geistigen Ergüsse als nicht allzu großen Mehrwert angesehen. Als dann Mini-Me auf dem Weg war und ich meine Erlebnisse irgendwie für mich festhalten wollte, war das Thema endlich da – und der Blog wurde mit der Tochter gemeinsam geboren.

Bekommst Du Feedback von Lesern und nutzen diese eher Privatnachrichten an Dich oder die Kommentarfunktion?

Feedback bekomme ich meist per E-Mail, Facebook Messenger oder Instagram. Es gibt zwar (noch) eine Kommentarfunktion im Blog, allerdings nutzt diese bislang niemand. Ich denke, dass das auch mit den geschärften Sinnen in Sachen Datenschutz zutun hat, obwohl man sich da bei mir keine Sorgen machen muss 😉

Hast Du Menschen, die Deinen Blog regelmäßig lesen oder eher wechselnde Leser?

Es gibst zumindest einen Kern an Stammlesern, mit denen ich mich auch austausche. Da ich so wenig Tracking wie möglich auf meiner Seite verwende, kann ich aus den restlichen Statistiken leider nicht ableiten, ob es immer die gleichen wiederkehrenden Besucher sind. Weil die Zahlen allerdings stetig steigen, kann ich zumindest sagen, dass monatlich immer neue Leser dazukommen.

Warum glaubst Du wollen Väter einen Blog haben, wo sie etwas über Väter lesen können?

Weil Blogs einen authentischen und emotionalen Einblick in ein bestimmtes Thema gewähren. Statt mich zäh durch einen mehrere hundert Seiten dicken Ratgeber zu quälen, der im schlimmsten Fall auch noch sehr wissenschaftlich geschrieben ist, suche ich mir die für mich passenden Themen einfach in einem Blog heraus und lasse mich, wenn der Artikel gut geschrieben ist, noch dazu gut unterhalten.

Der Blog ist primär für Väter, weißt du, ob ihn auch überwiegend Väter lesen?

Ich bekomme auf jeden Fall mehr Feedback von Vätern, daher denke ich, dass auch der Großteil der Leser aus Papas besteht. Es gibt allerdings auch viele (werdende) Mamas, die hier vertreten sind, worüber ich mich natürlich auch sehr freue 🙂

Dan liest vor

Glaubst Du, dass viele Väter Deinen Blog lesen, weil es auch ein sehr niederschwelliges Angebot ist?

Ja, das denke ich ist einer der Gründe. Ich muss mich nirgendwo anmelden, ich fühle mich nicht von irgendwem vorverurteilt, vielleicht bin ich auch nicht der Typ für lockeren Smalltalk und muss mich daher nicht erst einmal überwinden, mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Ein weiterer Grund ist die Zeit: Papas können auf dem Weg zur Arbeit, auf dem Nachhauseweg oder wenn das Kind gerade schläft in den Blog schauen und mal schnell einen Artikel lesen, der sie interessiert. Durch die sozialen Medien sind wir schnell vernetzt und sind nicht auf „Echtzeitkommunikation“ angewiesen. Denn wenn ich als Vater eines vermisse, dann ist es Zeit 😉

Wie fühlst du dich als Vater von der Gesellschaft wahrgenommen?

„Stiefmütterlich“ kann man sagen. Zwar ändert sich die Sicht auf die Papas gerade und es gibt viele interessante Artikel in Magazinen oder Tageszeitungen, die sich mit der Vaterrolle befassen. Für einen Großteil gilt jedoch noch die alte Vaterrolle in der Gesellschaft. Kinder im Tuch zu tragen oder in Teilzeit zu gehen, gilt weiterhin als „mutig“ und nicht als selbstverständlich. Alles rund um das Kind ist weiterhin erst einmal auf Mütter zugeschnitten, was vielleicht auch den einen oder anderen Papa hemmt, seine Rolle zu überdenken.

Fühlst Du Dich gut beraten? (Auswahl Ratgeber für Väter, Angebote für Väter)

Wir haben uns persönlich für die Erziehung nach dem „Artgerecht“-Model entschieden (hierzu habe ich bereits Artikel und Folge in Planung, um mal zu erklären, wie da der Ansatz ist), wo Mama und Papa gleichermaßen gefordert und angesprochen werden. Ansonsten haben wir Familienberatungen in Anspruch genommen, wo es um Themen wie Elternzeit sowie Elterngeld ging, da war dann wenig spezifisches für Papas dabei. Angebote für Väter habe ich persönlich noch nicht sehr viele entdecken können. In den Kinder- und Familienangeboten, die ich bisher besucht habe, waren wenige bis keine Väter dabei. Wahrscheinlich ist also die „Zielgruppe Papa“ für Beratungs- und Bespaßungsangebote einfach noch zu gering.

Fühlst Du Dich als Vater wahrgenommen? (Ratgeber, Angebote für Väter)

Der Vater gewinnt zwar in der Öffentlichkeit immer mehr an Bedeutung abseits des normalen „Versorger“-Images, allerdings sind wir (witziger Weise, weil es ja in den meisten Fällen auch einen Erzeuger gibt 😉) immer noch eine Randgruppe. Das hat jedoch teilweise damit zu tun, dass wir diese neuen Rollen abseits der alten Pfade noch suchen und uns gerade „selber entdecken“. Ich denke, wenn mehr Väter den Schritt in die aktive Kindererziehung gehen, öfters Elternzeit nehmen, vielleicht mehr und mehr mit Tragetüchern, Bollerwagen oder Windeltäschchen durch die Straßen und Cafés ziehen, dann wird auch die öffentliche Wahrnehmung wachsen.

Besitzt Du Ratgeber für Väter?

Ich habe in einige Ratgeber reingeschaut und für mich beschlossen, dass das generell nicht mein Ding ist. Gefühlt hast Du 10 Ratgeber mit 14 Meinungen, viele sind dazu noch sehr schwerfällig geschrieben. Es gibt noch „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“, was mir gut gefallen hat, weil es viele schöne Beispiele für Trotzphasen liefert. Welche mir meine Frau immer wieder empfiehlt, sind die „Artgerecht“-Bücher von Nicola Schmidt und Claudia Meitert.

Dan und Mini-Me am Strand

Glaubst Du, dass Mütter andere beziehungsweise vielfältigere Angebote bekommen als Väter? Woran könnte das liegen?

Das ist auf jeden Fall so, für mich allerdings eher durch Schwangerschaft und Geburt bestimmt. Es gibt ja Schwangerschaftsgymnastik, Schwangerenmassage, Rückbildungsprogramme und ähnliche Angebote, die für Mamas aufgrund der Strapazen von Schwangerschaft und Geburt geschaffen wurden. Wenn ich als werdender Papa Stress habe, kann ich auch eine normale Massage machen, weil sich bei mir körperlich (bis auf den ebenfalls wachsenden Bauch) nicht viel verändert.

Dass es nach der Geburt eher Mama-Kind-Veranstaltungen oder Eltern-Cafés gibt, die für ein weibliches Zielpublikum eingerichtet sind, liegt einfach daran, dass die Mamas immer noch einen Großteil der Erziehung übernehmen. Ich finde das ganz normal und fühle mich da auch nicht benachteiligt. Wenn Mamas und Papas irgendwann 50/50 erziehen, kann man gerne mal drüber reden, ob man die Elterncafés mit weniger Deko-Chique ausstattet und vielleicht noch ein paar Sportposter aufhängt 😉 Aber bis dahin können sich die Inhaber*innen da an der größeren Zielgruppe ausrichten.

Hast Du Angebote für Väter (z.B. Angebote des Vereins Kölner Väter) wahrgenommen?

Vom Väter in Köln e.V. steht noch das Väter-Café hier in der Nähe auf meiner ToDo-Liste. Das Problem ist, dass es samstags stattfindet und wir das Wochenende bislang für die gemeinsame Familienzeit genutzt haben. Aber da ich jetzt ab 2019 Teilzeit in Elternzeit mache und der Verein hierfür eine eigene Gruppe zum Austausch anbietet, werde ich die auf jeden Fall mal wahrnehmen. Ansonsten schauen wir, dass wir eher gemeinsame Angebote zu dritt beziehungsweise „neutrale“ Angebote wie einen Kinderbewegungsspaß nutzen, indem dann sowohl Mamas als auch Papas vor Ort sind.

Was unterscheidet Deiner Meinung nach Väter von Müttern?

Fiese und schwierige Frage 😀 Ich umschiffe das mal ein bisschen und beschreibe mal, wie sich Mama und Papa für Mini-Me unterscheiden. Mama ist die, zu der sie immer kuscheln kommen möchte, in deren Arme sie will, wenn sie sich einmal wehgetan hat. Mama gibt Geborgenheit, Emotionalität. Bei Papa gibt es Action, mit ihm kann man stundenlang durch die Wohnung rennen und Spaß haben. Papa macht die witzigsten Grimassen, krabbelt und kabbelt gerne mit ihr und wenn sie etwas neues gelernt oder etwas spannendes gesehen hat, dann möchte sie das unbedingt Papa zeigen.

Manchmal bekommt Papa dann zur Belohnung auch einen Kuss oder eine ganz lange Umarmung, aber ansonsten ist die Mama da Kuschelpartnerin Nr. 1. So sehr sich das auch nach dem Klischee von der Mutter als emotionaler Anker und dem Vater als lebenserklärender Spielgefährte anhört, so sehr entspricht das der Wahrheit. Und es ist nicht so, dass wir das offen leben. Ich würde gerne öfters mit ihr kuscheln und meine Frau ist in manchen Sachen wesentlich risikofreudiger, wäre also eine idealere Spielgefährtin als der manchmal sehr risikobewusste Papa. Mini-Me möchte es jedoch einfach so wie es ist.

Welche Rolle spielt Deiner Meinung nach der Vater für die Entwicklung des Kindes?

Ich als Vater rede mir natürlich ein: eine sehr wichtige! 😉 Ein Papa bringt eben noch einmal eine andere Sicht aufs Leben und verschiedene Ansichten sowie Erfahrungen mit, die er einem Kind mit auf den Lebensweg geben kann. Meine Frau und ich haben trotz all der Gemeinsamkeiten viele liebenswerte Unterschiede, die Mini-Me natürlich vorgelebt bekommt und so viele Facetten in der Erziehung erlebt. Man könnte aber auch das Wort „Papa“ durch „zweiten Partner“ ersetzen, schließlich wachsen viele Kinder wohl behütet in gleichgeschlechtlichen Beziehungen auf.